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Preisgekrönt = preiswert ?


Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung in den 1980er Jahren entstand das viel gelobte Wohnhaus des namhaften Architekten Oswald Mathias Ungers am Berliner Lützowplatz, das 1983 fertig gestellt wurde.

Bereits Ende 2008 wurde mit dem Abriss des Gebäudes begonnen. Als Grund nannte der Eigentümer Bauschäden.

Viele dieser Bauten, die von international renommierten Architekten geplant wurden, wiesen später erhebliche Mängel auf, leider erst als Kameras und Preisgerichte sich längst wieder neuen Projekten zugewandt hatten. Forderungen nach einer Überprüfung von preisgekrönten Projekten 10 Jahre nach Ihrer Erstellung fanden nicht genügend Anhänger.

Was macht denn die Qualität von Bauprojekten aus ?

Viele sehr berechtigte Kriterien: städtebauliche Gesichtspunkte, Ästhetik, baugeschichtliche Zusammenhänge usw. Leider wird viel zu selten die konstruktive und funktionale Qualität beurteilt, zumal sie häufig der Ästhetik im Wege steht.

Beides sollte gleichberechtigt berücksichtigt werden, damit unsere Gebäude ihrem eigentlichen Zweck gerecht werden können und nicht nach 25 Jahren wieder vor dem Abriss stehen, auch wenn das die schwächelnde Baukonjunktur sicher beleben würde.

Einer der bedeutendsten Architekten des frühen 20. Jahrhunderts, Heinrich Tessenow hat einmal gesagt: „ Das Einfache ist nicht immer das Beste. Aber das Beste ist immer Einfach.“ An diese Erkenntnis haben sich die meistens Preisträger, deren Gebäude viele konstruktive Mängel aufweisen, nicht gehalten.