Anmeldung
Home

Der entmündigte Bürger

Seit 01.01. 2016 gilt die Verschärfung der Energieeinsparverordnung. Von einem Tag auf den anderen hat man eine Reduzierung des ohnehin schon kaum noch messbaren Energieverbrauchs von Neubauten um 25 % vorgeschrieben.

War es zu Zeiten der Einführung von Wärmeschutzmaßnahmen noch einfach und mit geringem Aufwand möglich diese einzuhalten, wird es inzwischen nahezu unmöglich.

Die Dämmstoffdicken haben längst Dimensionen angenommen, die auch bei einer drastischen Erhöhung nicht mehr zu nennenswerten Verbesserungen führen. Auch die Verglasung von Fenstern, die ja seit Einführung der Isolierverglasung immer besser geworden ist, soll nun nicht mehr ausreichen. Man kann ja einfach noch eine Scheibe mehr einbauen ( und damit das Gewicht des Fensters um ca. 50 % erhöhen, mit allen Nachteilen, die sich daraus ergeben ), auch wenn sich kaum ein messbaren Verbesserung ergibt.

Lüften darf man auch nicht mehr in dem man einfach das Fenster öffnet. Das wird dem Bürger ( bei manchen mit Recht ) nicht mehr zugetraut. Wer dennoch über das Fenster lüften möchte, wird mit drakonischen Strafen in Form von Zusatzmaßnahmen an anderer Stelle bestraft.

Während alternative Energien und künftig wohl die völlig unsinnigen Elektroautos ( die niemals flächendeckend unsere bisherigen Autos ersetzen werden, da der alternativ gewonnene Strom dringend für andere Zwecke gebraucht wird ; allein die Georgsmarienhütte verbraucht so viel Strom wie ganz Osnabrück, die BASF so viel wie die gesamte Schweiz ) durch staatliche Subventionen gefördert werden, ohne dass je ein Bürger gefragt wurde, ob er damit einverstanden ist, das sein Geld für derartige Maßnahmen verwendet wird, werden bei Neubauten immer höhere Anforderungen gestellt ( bei Altbauten dagegen so gut wie gar keine, obwohl sie ca. 80 % des Bautenbestandes ausmachen und sich somit an dieser Stelle viel mehr Energie sparen ließe ).

Die ARGE eV hat im April 2015 errechnet, dass die Mehrkosten von energetischen Standards sich von 1995 bis 2014 etwa im gleichen Umfang erhöht haben ( ca. 7 % bezogen auf ein Typengebäude im Mehrfamilienwohnungsbau ) wie von 2014 auf 2016, jedoch ohne einen annähernd vergleichbaren Effekt. Führten die Maßnahmen zwischen 1995 und 2014 wenigstens noch innerhalb von 20 Jahren zu über den Herstellungskosten liegenden Einsparungen bei der Beheizung der Gebäude, lassen sich die Mehrkosten ab 2016 gerade noch zu ca. 35 % bis 2036 bei den Heizkosten wieder einsparen.

Erstaunlicherweise hört man kaum vernehmbare Kritik seitens der Betroffenen, einschließlich der Fachleute. Wenn es etwas zu verdienen gibt, sind sich offenbar alle einig und der Bürger wird für dumm verkauft. Allerdings ist kaum damit zu rechnen, dass diese Anforderungen zurückgenommen werden, wenn der derzeitige Bauboom vorüber ist.

Da müssen wohl noch mehr Flüchtlinge kommen, damit man darüber nachdenkt die Baustandards zu senken.